Barcamp Flensburg 2026: Ein Modellprojekt für klimaneutrale Veranstaltungen
Veranstaltungen sind Orte des Austauschs und der Ideen. Doch sie hinterlassen auch Spuren. Als Organisatorin des diesjährigen Barcamps in Flensburg setzte die WiREG auf die Erfassung der Emissionen, eine transparente Kommunikation der Ergebnisse und eine gemeinsame Lösung: Der vollständige Ausgleich durch den Flensburger Klimafonds mit regionaler Wirkung.
Die Mission
Im Rahmen eines Lightning Talks präsentierte Rebecca Klant vom Projekt FlensburgWirkt den fast 200 Teilnehmenden die Ergebnisse der CO₂-Bilanzierung. Nach dem Standard des Greenhouse Gas Protocols (Scope 1–3) wurden 1,69 Tonnen CO₂-Äquivalente für die Veranstaltung ermittelt. Im Vergleich: Das entspricht der Menge CO₂ die entsteht, wenn man ein durchschnittliches Einfamilienhaus zwei Monate lang im Winter heizt.
Die Analyse der Daten zeigte. wo die Stärken der Veranstaltung lagen. Durch die bewusste Nutzung von lokaler Fernwärme und Ökostrom konnte der Energiebedarf der Veranstaltung massiv gesenkt werden. Auch das konsequent vegetarische und vegane Catering erwies sich als entscheidender Faktor, um die Bilanz niedrig zu halten.
Der größte Hebel: Mobilität
Die Auswertung der An- und Abreisedaten, die im Vorfeld erhoben wurden, offenbarte den größten Verursacher von Emissionen: Die Mobilität der Teilnehmenden. Mit knapp 1 Tonne CO₂ (ca. 58 % der Gesamtemissionen) wog dieser Bereich am schwersten. Einige Gäste waren aus Hamburg, Kiel oder sogar aus dem schwedischen Malmö angereist.
Dieses Ergebnis liefert wichtige Erkenntnisse für die Zukunft. Um bei kommenden Events den Fußabdruck weiter zu senken, könnte das Organisationskonzept zukünftig verstärkt Maßnahmen wie organisierte Mitfahrbörsen und Incentives für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in Betracht ziehen.
Ausgleich mit regionaler Wirkung
Da sich nicht alle Emissionen vermeiden lassen, war das Ziel der Mission: Den unvermeidbaren Rest kompensieren – aber nicht durch den Kauf abstrakter Zertifikate im Ausland, sondern durch Investitionen vor Ort.
Hier kam der Flensburger Klimafonds ins Spiel. Um die verbleibenden 1,69 Tonnen CO₂ auszugleichen, konnten die Teilnehmenden einen symbolischen Beitrag von 63 Cent spenden. Das Ergebnis: die Mission wurde erfüllt und das Barcamp 2026 ist offiziell klimaneutral.
Das Besondere an diesem Modell ist der Kreislauf des Geldes: Die Spenden fließen in den Fonds, werden in Klimaboni (Flensburgs Regionalwährung) umgewandelt und fördern damit gezielt Maßnahmen in Flensburg und Umgebung. Gefördert werden beispielsweise die Installation von Balkonkraftwerken, der Einbau von elektrischen Thermostaten oder wassersparenden Duschköpfen. Da die Klimaboni nur bei lokalen Unternehmen eingelöst werden können, bleibt die Wertschöpfung in der Region und stärkt die heimische Wirtschaft. Zudem ist das Verfahren zur Berechnung und Kompensation vom TÜV NORD validiert, was für höchste Standards bei der Klimawirkung steht.
Vielen Dank an alle Beteiligten
Dieses Projekt war nur durch das Zusammenspiel vieler Akteure möglich. Ein besonderer Dank gilt Conny Clausen für die Möglichkeit zur Bilanzierung, der WiREG mbH, lisezwei – Das Technologiezentrum, pingu solutions und allen helfenden Händen, die das Barcamp zu einem Erfolg gemacht haben, sowie den Teilnehmenden, die die Mission zu einem Erfolg gebracht haben.
Auch nachträglich noch etwas bewegen
Sie waren beim Barcamp dabei und möchten die regionale Klimawirkung noch unterstützen? Jede weitere Spende fließt direkt in Projekte vor unserer Haustür.
Ihr Event – unser individuelles Modell
Sie planen ein Sommerfest, eine Tagung oder ein Großevent und möchten ebenfalls wissen, welchen CO₂-Fußabdruck Ihre Veranstaltung verursacht? Wir helfen Ihnen gerne dabei, Transparenz zu schaffen und gemeinsam einen Plan für eine klimaneutrale Gestaltung zu entwickeln.