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Dank Klimabonus Lüneburg 3200 Tonnen Kohlendioxid eingespart

Maria Karnagel (Klimabonus Lüneburg) & Kalina Magdzinska (Monneta)
Die lokale Wirtschaft stärken, nachhaltiges Handeln fördern und den sozialen Zusammenhalt unterstützen: Diese drei Ziele hat das Team des Klimabonus Lüneburg erfolgreich umgesetzt. Nun ist das Projekt erst einmal abgeschlossen. Für Dank und Resümee hat das Klimabonus-Team Fördernde und Partner*innen des Klimabonus zu einem Abschlussabend eingeladen.

Trotzdem ist nach drei Jahren erst einmal Schluss mit der regionalen Währung in Lüneburg

Was wäre, wenn Geld nicht nur die Besitzenden wechselt, sondern zugleich dem Klima hilft? Während der Euro die überregionale Wirtschaft dominiert, gewann in den vergangenen drei Jahren mit dem Klimabonus in Lüneburg eine lokale Währung an Bedeutung. Ihr Ziel war es, regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken, zugleich nachhaltiges Handeln zu belohnen und die regionale Gemeinschaft zu stärken. 

Mit Erfolg: „Seit Projektbeginn vor drei Jahren haben die Teilnehmenden Dank des Klimabonus insgesamt rund 3200 Tonnen des Klimagases CO₂ eingespart“, sagt Projektleiterin Maria Karnagel, die den Klimabonus in Lüneburg mit eingeführt hat. „Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von 1.000 lüneburger Haushalten. Um die Menge CO2 einszusparen, müsste man beispielsweise 1.500 Haushalte umfassend sanieren oder 8.000 Bäume pflanzen, was einem Platzbedarf von 10 Fußballfeldern entspricht.“, ergänzt Lea Becker, die das Projekt seit März 2024 verstärkt. 

Die beiden machen den Erfolg des Klimabonus durch ausgewählte Projekte deutlich. Da war zum Beispiel die Aktion „Dein Biomüll kann mehr“ in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Abfallwirtschaft (GfA): Wer ab dem Frühling 2025 einen Hänger torffreie Komposterde bei der GfA abholte, wurde mit fünf Klimaboni (das entspricht 5 Euro) belohnt. Denn für die Umwelt hat dieses Verhalten gute Folgen: Die GfA stellt aus regionalen Bio- und Grünabfällen nährstoffreiche Erde her und verarbeitet so Abfall zu Pflanzennahrung. „So werden wertvolle Ressourcen geschont und ein regionaler Kreislauf geschlossen“, erläutert Maria Karnagel. 

Mit einer roten Nase sorgten sie, Lea Becker und weitere Mitstreitende im Mai 2024 für Rückenwind: Sie bedankten sich während roter Ampelphasen bei Radfahrer:innen für ihre nachhaltige Mobilität. Die Radelnden wurden mit einem kostenlosen Fahrradservice, Klimaboni und einem Fruchtriegel belohnt. „Unsere Mobilität macht fast 30 Prozent unseres privaten CO₂ -Ausstoßes aus. Jeder mit dem Rad zurückgelegte Kilometer spart im Schnitt 120 Gramm CO₂. Aufs Jahr gerechnet macht das eine Menge aus“, betont Maria Karnagel.

Insgesamt waren während des Projekts zu Hochzeiten rund 11.000 Klimaboni im Umlauf. Aus dem Klimabonus-Fonds konnte das Projektteam in den drei Jahren 2.500 Menschen mit Klimaboni für ihr nachhaltiges Verhalten belohnen, wie die Anschaffung eines Balkonkraftwerks, für die es 50 Klimaboni gab. Mit diesen Boni konnten die Beschenkten in lokalen Geschäften einkaufen. Mehr als 50 Unternehmen haben sich an der lokalen Währung beteiligt, indem sie Geld in den Fonds einzahlten und die Vergabe von Klimaboni ermöglichten. 

Der Klimabonus half also, die Kaufkraft an die Region zu binden und so den Geldabfluss zu verhindern. „Er fördert also kurze Wege, unterstützt auch kleine Unternehmen und erhöht die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes“, erläutert Maria Karnagel. 

Beim Abschlussfest war auch Nadine Kruse als Vertreterin der Sparkasse Lüneburg dabei. Die Nachhaltigkeits-Managerin hat das Projekt begleitet. Was bewegt ausgerechnet ein klassisches Geld-Institut dazu, eine alternative Währung zu unterstützen? „Unser Ziel ist es ja, die lokale Wirtschaft zu fördern. Dazu zählen wir auch den Klimabonus“, sagt Nadine Kruse und erläutert, dass die Sparkasse überlege, bei einer Fortführung des Klimabonus als Unternehmen mit einzusteigen, um die aktuellen Bau- und Sanierungsmaßnahmen der Sparkasse zu kompensieren. Diese Fortführung wird aktuell mit verschiedenen Institutionen diskutiert. 

Eine solche Fortführung würde auch Kalina Magdzinska begrüßen. Die Vertreterin von Monneta, einer gemeinnützigen Gesellschaft, die eine nachhaltige Finanzwirtschaft und komplementäre Währungen fördert. „Der Klimabonus ist eine Revolution in der Nische für die Transformation der Wirtschaft Richtung Nachhaltigkeit“, sagt Kalina Magdzinska 

Das laufende Projekt ist nun aber erstmal abgeschlossen. Organisatorisch angesiedelt war der Klimabonus bei JANUN e.V. Gefördert wurde das Projekt mit 560.000 Euro durch das (damalige) Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und die Nationale Klimaschutzinitiative. 

Zwar läuft der Förderzeitraum aus, doch ein paar Menschen im Hintergrund überlegen, das erfolgreiche Projekt fortzuführen. Dafür haben Maria Karnagel und Lea Becker für eine gute Übergabe gesorgt: „Wir haben ein Nachlassdokument mit allen notwendigen Unterlagen, Daten und Zahlen zusammengestellt“, betonen Maria Karnagel und Lea Becker. Erreichbar sind die beiden noch bis zum 18. Februar, dann übernimmt das Team vom Klimabonus e.V. den Kontakt für mögliche Nachfolger*innen. Denn in anderen Städten existiert der Klimabonus weiter. 

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